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Der Tennessee Walker – der „Gentleman“ unter den Pferden

Der Tennessee Walker ist ein nordamerikanisches Gangpferd. Das Stutbuch wurde 1935 gegründet und 1947 geschlossen; die Rasse war jedoch schon lange vor dieser Zeit bekannt und geschätzt.

Das heutige Tennessee Walking Horse wird hauptsächlich nach 2 Kriterien gezüchtet: Zum Einen auf seine Gangveranlagung, und zum Anderen auf sein Interieur hin. Aus diesem Grund findet man heute sehr unterschiedliche Pferde bei dieser Rasse. Alle Farben sind vertreten, das Stockmaß reicht von 145 cm bis hin zu 165 cm, der Gebäudetyp kann von elegant, einem englischen Vollblut entsprechend, bis hin zum Typ eines Quarter Horse reichen.

Interieur

Gerne werden die Walker als „Gentlemen“ unter den Pferden bezeichnet.

Zuchtziel des Tennessee Walking Horse ist ein sanftmütiges und menschenbezogenes Pferd, das sich leicht führen lässt und sich seinem Menschen schnell anschließt. Die Pferde sind nervenstark und besitzen eine ordentliche Portion Neugier. Diese Kombination macht sie zu einem idealen Partner. Tennessee Walker waren den ganzen Tag im Einsatz in den Plantagen und auf dem Feld. Am Sonntag zogen sie noch die Kutsche zur Kirche oder zu den Nachbarn. Daher bevorzugte man besonders gutmütige, ausdauernde und menschenbezogene Tiere. Diese Wesensfestigkeit macht den Walker zum idealen Freizeitpferd, mit dem man jeder Geländesituation gewachsen ist. Das soll nicht heißen, dass der Tennessee Walker das Pferd für jeden Anfänger ist. Auch ein Walker kann durch falschen Umgang verdorben werden und seine angeborenen Vorzüge vergessen. Genau wie jedes andere Pferd muss er gefördert werden, um sein Potential voll zu entwickeln.

Verwendung

Der Tennessee Walker ist ein auf Vielseitigkeit gezogenes Reitpferd.

Es wäre sicherlich falsch, ihn mit den Spezialisten bestimmter Disziplinen zu vergleichen. So wird ein Walker Mühe haben, über einen 160 cm hohen Doppeloxer zu gelangen, aber ein L-Springparcours dürfte ihn nicht vor all zu große Probleme stellen. Auch im Bereich der klassischen Dressur kann er durchaus mithalten, nur wird er Schwierigkeiten haben Lektionen durchzuführen, die im Trab geritten werden. Wer sein Glück in der Westernreiterei gefunden hat, muss nicht immer ein Quarter Horse reiten. Viele der in Europa beheimateten Tennessee Walker werden western geritten. Einen Trailparcours mit einem Walker gemeistert, stellt so manches Quarter Horse in den Schatten.

In Deutschland werden die meisten Walker sicher als Freizeitpferde gehalten, hierbei kommen dem Reiter die beiden Hauptzuchtkriterien zugute. Er hat im Gelände ein ruhiges ausgeglichenes Pferd, mit dem er jeder Situation gewachsen ist, und er hat ein bequem zu reitendes Pferd, auf dem er problemlos Stunde um Stunde im Sattel verbringen und dabei große Entfernungen zurücklegen kann. Die Rasse eignet sich hervorragend für eine Offenstallhaltung, auch im Winter. Die Pferde machen ein gutes Winterfell und überstehen strenge Frostgrade ohne Schaden. Matsch und Schlamm, wie man ihn in den Wintermonaten in Deutschland öfter antrifft, schaden den Walkerhufen in keiner Weise, Mauke ist bei diesen Pferden kaum ein Problem.

An ihr Futter stellen die Tennessee Walker keine besonderen Ansprüche; Heu reichlich und Kraftfutter je nach Beanspruchung und Temperatur. Im Sommer ist der Weidegang unproblematisch, Hufrehe findet man sehr selten.

Beim Hufbeschlag gibt es wie bei jeder Pferderasse unterschiedliche Meinungen. Viele Walker in Deutschland laufen barfuß, nur für extreme Beanspruchung greifen einige Besitzer zu Eisen oder Hufschuhen.

Die Gänge des Tennessee Walker

Hauptselektionsmerkmal beim Tennessee Walker ist der Gang, der sich wie folgt definieren lässt: Wie der Name schon vermuten lässt, nennt man die spezielle Gangart des Tennessee Walking Horse „Walk“. Hierbei unterscheidet man 2 Geschwindigkeiten: Den langsameren „Flat Walk“ und den schnelleren „Running Walk“. Bei beiden Gängen ist die Fußfolge identisch.

Flat Walk

Der Flat Walk ist ein klarer Viertakt in 8 Phasen. Jeder Huf muss einzeln ab- und auffußen. Das typische Kopf-Nicken kommt durch den Schub aus der Hinterhand. Der Flat Walk ist ein losgelassener, energisch gelaufener Schritt. Die Geschwindigkeit bewegt sich in einem Bereich von 5-8 km/h. Diese Gangart, auch Flatfoot Walk genannt, ist hervorragend für das Reiten im Gelände, weil sie für den Reiter sehr bequem und für das Pferd sehr leicht und effizient ist.

Running Walk

Der Übergang zum Running Walk ist fließend – das Pferd wird schneller. Unter Running Walk versteht man einen erkennbar beschleunigten Flat Walk, sozusagen einen Rennschritt, der bis auf Trabgeschwindigkeit gesteigert werden kann. (12–16 km/h).

Canter

Der Canter ist ein sehr ruhiger, langsamer Galopp. Die Amerikaner nennen diesen Galopp auch „Rocking Chair Canter“ (Schaukelstuhlgalopp).